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DEZEMBER 2021
Intimität in Zeiten der Distanz
 

Intimität kann bedeuten, erotisch und spirituell mit anderen Körpern verbunden zu sein. Intimität kann auch bedeuten, mit anderen Menschen verbunden zu sein, nicht unbedingt auf eine sexuelle Weise, sondern sich sicher, wohl, entspannt, frei zu fühlen... Wir sind intim mit Liebhaber*innen, Freund*innen, der Familie, aber auch mit uns selbst.

Vergnügen, insbesondere sexuelles Vergnügen, das mit einer intimen Erfahrung verbunden ist, kann ermächtigend sein, und deshalb ist es befreiend, Räume zu haben, in denen Menschen intim sein können. Räume, Architektur und Parks können durch ihre einladende Atmosphäre und ihre antidiskriminierende Politik eine gewisse Intimität bieten. Viele Faktoren spielen eine Rolle, wenn es darum geht, Intimität zu ermöglichen und sich ihr anzunähern. So kann Intimität beispielsweise im Fall von Sex- oder Pflegearbeit in der Migrationserfahrung anders verstanden werden als in anderen Kontexten.

Welche Rolle spielen Exotisierung und Machtdynamik in Bezug auf Intimität für Migrant_innen in "post"-kolonialen Gesellschaften? Was haben feministische Pornos, Post-Pornos, sex-positive und anti-ausbeuterische Pornos in Bezug auf unser Verständnis von Intimität und Raum gebracht oder verändert? Wie hat sich in Zeiten der Pandemie und nach neuen Definitionen von Intimität der Körperkontakt neu definiert? Wie viel ist das Mindestmaß an Nähe und wie viel ist zu viel...? Und schließlich, wenn man die Verteilung und Zugänglichkeit von Tests und Impfstoffen betrachtet, wer kann es sich leisten, mehr Risiken einzugehen, um intim zu sein, und wer nicht, je nachdem, auf welcher Seite des Globus eine Person sich befindet?

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Zum Abschluss eines weiteren Jahres, das nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch viel Lernen und wertvolle Erfahrungen mit sich gebracht hat, möchten wir mit der Veröffentlichung der neuesten Ausgabe unseres beliebten Magazins MIGRAZINE einen positiven Impuls geben. Es handelt sich um eine dreitägige Veranstaltung mit Diskussionen, Lesungen und Workshops. 

 
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BEREICHE / AKTUELLES
Stimmen aus dem Volksgarten. Über Erfolg und Chancen in der Gesellschaft
 

Junge Migrantinnen* am Mikrofon in Radio FRO

Schalte am Dienstag 14. Dezember zwischen 16 und 17 Uhr Radio FRO ein, um das Sonderprogramm von maiz Jugend zu hören.

In dieser Sendung sprechen junge Teilnehmerinnen* über das Sommerprojekt „Pop-up Cafe Agora“ im Linzer Volksgarten und über die im Projekt behandelten Themen: Erfolg, Chancen, Gleichberechtigung.
Das Agora Pop-Up Cafe wurde als ein intersektionaler Raum für Begegnung und partizipative Reflexion im öffentlichen Raum eröffnet. Es wurde von Teilnehmerinnen* des Jugendprojekts (~13-16 J.a.) selbst betreut und journalistisch begleitet. Im weiteren Verlauf des Prozesses wurden die Begegnungen, Gespräche und Erfahrungen aus dem Park Cafe gesammelt und gemeinsam reflektiert, woraus die Sendung entstand.

14. Dezember 2021, Di - von 16:00 bis 17:00 Uhr - Radio FRO

 
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EMPFEHLENSWERT
Offener Brief: Mehr für Care - Menschen würdig pflegen kostet mehr!
 

Wir wissen, dass die Pflegearbeit, die meist von Migrantinnen* geleistet wird, prekär organisiert, schlecht bezahlt und wenig anerkannt ist. Deshalb nutzen wir diesen Raum, um nicht nur auf die Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und besseren Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen, sondern auch auf eine humanitäre und nicht diskriminierende Migrationspolitik in Europa.

Leider wurde die geplante Solidaritätsdemonstration für Frauen* in der Pflegearbeit am Donnerstag, 2. Dezember abgesagt, aufgrund der Covid-Situation. Gleichzeitig haben wir aber auch Mitgefühl mit denjenigen, die an der Front der Pandemie stehen, vor allem migrantische Frauen*, die das Wohl der Gesellschaft an erste Stelle setzen, aber nicht die materielle Anerkennung und den Respekt erhalten, den sie verdienen.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, aktiv zu werden und Solidarität zu zeigen, indem man den offenen Brief unterzeichnet.

 

 
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Österreich soll humanitäre Aufnahme wiederbeleben!

Am 02. Dezember startete SOS Mitmensch eine große Initiative für die Wiederbelebung der humanitären Tradition Österreichs. Österreich ist derzeit eines von nur neun Ländern in der EU, das in den vergangenen drei Jahren keine einzige besonders schutzbedürftige Person durch ein humanitäres Aufnahmeprogramm aufgenommen hat.

Klick auf den unterstehenden Link, wenn du mehr von der Initiative für humanitäre Aufnahmeprogramme erfahren bzw. unterstützen möchtest

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“This human world” Filmfestival

Zum bereits 14. Mal findet heuer das International Human Rights Film Festival „This human world“ statt. Von 6. bis 12. Dezember 2021 werden die Rechte der Menschen in den Fokus gerückt.

Nationale, sowie internationale Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme verhandeln darin auf verschiedenste Weise gesellschaftspolitische Umstände, Probleme und Herausforderungen auf der Leinwand.

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Migrazine - Online Magazin von Migrantinnen für alle ist ein mehrsprachiges Magazin und wird u.a. von maiz herausgegeben. Zum ersten Mal ging Migrazine 2009 online und ist aus dem Begehren entstanden, um kritische migrantische Stimmen in der medialen Öffentlichkeit hörbarer zu machen und gegen die klischeehafte Darstellung von Migrant*innen aufzutreten.